Mittwoch, 16. Oktober 2013


Das Märchen von der Überbevölkerung und davon dass die Ressourcen zu Ende gehen

Nach seinem großen Kinoerfolg von „Plastic Planet“ 2009 bereiste der neugierige Dokumentarist unseren Planeten, um über das vermeintliche Horrorszenario zu berichten. Nach vier Jahren ist er der Meinung von John Lennon, der 1971 in einem Interview sagte: „Ich glaube nicht an Überbevölkerung.“ Worauf der Journalist milde lächelnd den Kopf schüttelte. Damals lebten fünf Milliarden Menschen auf der Erde, heute sind es sieben. Und wir haben immer noch alle Platz.
Richtige Verteilung


POPULATION BOOM Studiobilder, honorarfrei…
Der Gegensatz in Kenia bei den Massai – kein Mensch weit und breit. - Foto: Thiemfilm
Boote möchte, dass das Kinopublikum mitdenkt und mitzweifelt.

Wenn man erfährt, dass allein das Pentagon täglich mehr Erdöl verbraucht als ganz Schweden.
Oder, dass alleine der Sudan, wäre er ein intakter Staat, das Potenzial hätte, eine Milliarde Menschen zu ernähren.
Oder, dass selbst dann, wenn alle derzeit lebenden Menschen nach Österreich gebracht würden, allen noch durchschnittlich 11 m² zur Verfügung stünden.
So verwandelt sich die Geschichte von dem Überbevölkerungsproblem für den Filmemacher immer mehr zu der Frage nach Verteilungsgerechtigkeit und dem starken Verdacht, dass der Kern dieses Problems im Unwillen westlicher Vermögenseliten besteht, armen Nichtwestlern das gleiche Recht auf Leben und Sicherheit zuzugestehen wie sich selbst.
Auch auf die Frage, wie viele Menschen die Welt verträgt, können Experten keine Antwort geben. „Die Frage ist, was das optimale Verhältnis zwischen Bevölkerung und Ressourcen ist. Das Problem ist nicht die Überbevölkerung, sondern die Verteilung“.
Panik machte 1798 erstmals der britische Ökonom Thomas R. Malthus, der meinte, dass die Nahrungsmittelproduktion nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten könne. Damals gab es eine Milliarde Menschen.
Der Regisseur ist davon überzeugt, dass Hunger, Armut, Umweltverschmutzung und Ressourcenknappheit „nicht die Folge des Bevölkerungswachstums sind“. Weltweit werden genug Lebensmittel produziert, um die gesamte Menschheit – sieben Milliarden – ernähren zu können. Auf der einen Seite hungert weltweit eine Milliarde Menschen. Auf der anderen Seite sind 1,5 Milliarden übergewichtig. Boote: „Der ökologische Fußabdruck nimmt in den Ländern am meisten zu, in denen die Bevölkerung am wenigsten wächst. Das Problem ist also nicht das Bevölkerungswachstum, sondern die Art, wie wir leben.“ Es sei auch nicht die Überbevölkerung in Entwicklungsländern für den Klimawandel verantwortlich, sondern das Produktions- und Konsumsystem des Westens.





http://www.tt.com/panorama/7320259-91/jeder-zehnte-hungert-aber-essen-landet-im-m%C3%BCll.csp